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PRESSEINFORMATION

 

 

Historikerkommission und Archivare diskutierten Zusammenarbeit

 

Auf Einladung des Verbandes österreichischer Archive (ÖAV) wurden letzte Woche mit der Historikerkommission der Republik Österreich Grundsatzfragen zu den bevorstehenden Forschungsarbeiten erörtert. Dabei standen die Zugänglichkeit von Archivbeständen, die Zusammenarbeit zwischen Archiven und Historikerkommission sowie rechtliche Fragen im Vordergrund.

Wesentliche Quellenbestände befinden sich im Archiv der Republik im Österreichischen Staatsarchiv sowie in den Landes-, Kommunal- und Diözesanarchiven. Zu den wichtigsten Akten zählen jene der "Arisierungen", der Rückstellungskommissionen, der Opferfürsorge, aber etwa auch die Bestände der Finanzlandesdirektionen und der Bezirkshauptmannschaften. In diesem Zusammenhang wurde von Seiten der Historikerkommission auch auf die Notwendigkeit der Erhaltung etwa von Firmenarchiven aus der betreffenden Zeit verwiesen. Die bevorstehende Novellierung des Denkmalschutzgesetzes sieht eine vorläufige Unterschutzstellung dieser Archivalien per Verordnung vor. Ebenso sollte im zukünftigen Bundesarchivgesetz dafür Sorge getragen werden, daß die Archivalien der ehemals verstaatlichten Unternehmen ohne Einschränkung als Archivgut des Bundes anzusehen sind.

Die Verteter der öffentlichen Archive sicherten die größtmöglichste Unterstützung der im Auftrag der Historikerkommission forschenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu. Die Archive betonten, daß sie gegenüber der Historikerkommission eine einheitliche Vorgangsweise verfolgen werden, zum Beispiel was die unbedingt erforderliche Einsichtnahme in Akten mit personenbezogenen Daten betrifft. Die damit verbundenen rechtlichen Probleme, insbesondere im Zusammenhang mit der späteren Veröffentlichung, wurden auf dem Hintergrund des voraussichtlich mit 1. Jänner 2000 in Kraft tretenden neuen Datenschutzgesetzes diskutiert.

 

 

Um eine möglichste effiziente Vorgangsweise zu erzielen, wurde ein weiterer Workshop für Herbst vereinbart. Hier sollen alle jene eingebunden werden, die derzeit in Österreich in anderen Kommissionen, in Projekten oder etwa bei Dissertationen mit der Erforschung der NS-Zeit und den Folgen befaßt sind.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Mag. Eva Blimlinger, Sekretariat der Historikerkommission, Wien 3, Nottendorfer Gasse 2

Tel. +43/1/79540-180 od. 181, Fax: +43/1/79540-186, eva.blimlinger@oesta.gv.at

17. Juni 1999

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