Provenienzkommission im BM für Unterricht und
kulturelle Angelegenheiten). Die Historikerkommission behält sich jedoch in
jedem dieser Fälle vor, selbst zu beurteilen, ob diese Forschungen ihre Fragen
vollständig und gültig beantworten. In diesem Falle wird die
Historikerkommission diese Aktivitäten positiv zur Kenntnis nehmen und auf sie
verweisen. Daraus folgt jedoch die Notwendigkeit einer Flexibilität im Verlauf
der Arbeit der Historikerkommission. Darüberhinaus sieht die
Historikerkommission ihre Aufgabe nicht darin, alle aufgeworfene Probleme
vollständig zu bearbeiten.
Die Fragestellungen, die der Historikerkommission vorgegeben sind, und die
Aufgaben, die sie zu erfüllen hat, sind sowohl hinsichtlich der Vielzahl der zu
behandelnden Felder, als auch hinsichtlich der Zahl der Fälle so zahlreich und
gleichzeitig so komplex, daß verschiedenste Methoden historischer, aber auch
juristischer Forschung anzuwenden sein werden. Vor allem sind die zu
bewältigenden Daten und auch der Zeitdruck entsprechend groß, so daß es in
manchen Fällen schon aus zeitökonomischen Gründen geboten sein wird, nach
Kriterien einer statistischen Repräsentativität vorzugehen.
Entsprechend dem wissenschaftlichen Auftrag an die Historikerkommission sind es
zwei große Themenbereiche, die zu untersuchen sind. Folgende Fragestellung
werden in Arbeitsprogramm thematisiert:
Vermögensentzug
Wem wurde Vermögen entzogen? (Aufschlüsselung nach Personen, Gruppen und
Institutionen)
Was wurde entzogen? (Aufschlüsselung nach Vermögens- und
Einkommensbestandteilen)
Wer waren die Täter und Täterinnen, Gewinner und Gewinnerinnen der
Entziehungen?
Die Formen des Vermögensentzugs
Bewertungs- und Umrechnungsfragen
Entschädigung und Restitution
Rechtsgrundlagen und auf die Rückstellungsproblematik bezogene Gesetze
Maßnahmen auf Grund des Staatsvertrages
Entschädigung über Rückstellung hinaus
Rückstellungspraxis - Wie wurde rückgestellt?
Die projektierten Forschungen im einzelnen sind dem "Arbeitsprogramm" zu
entnehmen.
Budget und Zeitrahmen
Es ist bei historischen Forschungen von dieser Dimension seriöserweise nicht
möglich, Budget- und Zeitrahmen mit letzter Genauigkeit anzugeben. Dies hängt
damit zusammen, daß es sich erst während der Durchführung der einzelnen
Projekte zeigen kann, bis zu welcher Tiefe diese durchzuführen sind.
Nach derzeitiger Einschätzung ist die Historikerkommission davon geleitet, ihre
Tätigkeit im Laufe des Jahres 2002 beenden zu können. Wenn man vom eigentlichen
Projektanfang - Mitte 1999 - ausgeht und das Jahr 2002 der Aufbereitung des
Schlußberichtes vorbehält, entspricht dies einer Forschungsdauer von
zweieinhalb Jahren. Die Historikerkommission wird in regelmäßigen Abständen auf
der Grundlage der Teilberichte der jeweiligen Forschungsprojekte
Zwischenberichte veröffentlichen.
Die Historikerkommission versucht im Budgetvorschlag die Kosten abzuschätzen.
Die Historikerkommission muß es sich aus fachlicher Sicht vorbehalten, weitere
Projekte, die erst später erkennbar werden, auch zu einem späteren Zeitpunkt
vorzuschlagen.
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